Seminar

Kalender
Buchen

Umsatzsteuer & Heilbehandlungen - Abgrenzung und Risiken

Die umsatzsteuerliche Behandlung von Heilbehandlungen bleibt eine der häufigsten Fragen in der Praxis. Oftmals steht die etwas großzügigere europäische Rechtsprechung im Konflikt mit dem Bestreben der Finanzverwaltung, die Umsatzsteuerbefreiung für Heilbehandlungen möglichst eng zu halten. Gerade im Grenzbereich zwischen medizinischer Notwendigkeit und kosmetischen Elementen führt dies regelmäßig zu Abgrenzungsschwierigkeiten.

Dieses Seminar richtet sich an Beraterinnen und Berater mit Mandanten im Gesundheitswesen, die ihre Mandate rechtssicher und vorausschauend begleiten wollen. Wir zeigen, wie sich aus der aktuellen Rechtsprechung belastbare Abgrenzungskriterien ableiten lassen. Außerdem gehen wir darauf ein, welche Gestaltungsmöglichkeiten das Risiko minimieren und die steuerliche Position optimieren können.

Themenübersicht

1.    Begrüßung & Vorstellung Agenda
2.    Herausforderung „Heilbehandlung“ Gesetzliche Grundlagen: § 4 Nr. 14 UStG, Art. 132 MwStSystRL | Aktuelle Verwaltungsauffassung (UStAE) und Tendenzen der Finanzverwaltung | Überblick über aktuelle nationale und europäische Rechtsprechung zur Abgrenzung von Heilbehandlungen | Typische Grenzfälle: Privatkliniken ohne § 108 SGB V-Zulassung, ästhetische Chirurgie mit/ohne medizinische Indikation, Leistungen von Heilpraktikern, Leistungen von Psychotherapeuten, Leistungen von Physiotherapeuten, telemedizinische Leistungen ohne persönlichen Kontakt, Risiko der Unterbeauftragung | Anforderungen an den Nachweis medizinischer Notwendigkeit: qualifizierte ärztliche Bescheinigungen, Indizwirkung fehlender Kostenübernahme durch Krankenkassen
3.    Herausforderung „Nebenleistungen“ Steuerfreiheit verbundener Umsätze: Art. 132 Abs. 1 lit. b und c MwStSystRL, Art. 134 | Kriterien für Nebenleistungen im Verhältnis zu eigenständigen Leistungen | Aktuelle Rechtsprechung zu Leistungsbündeln mit stationärem Aufenthalt | Typische Grenzfälle: Unterkunft und Verpflegung, Transport- und Reiseleistungen, Begleitpersonen, Wellness- und Zusatzangebote | Gestaltungsansätze zur Vermeidung der Einheitlichkeit | Vertragsgestaltung, getrennte Abrechnung, organisatorische Trennung
4.    Herausforderung „Vorsteueraufteilung“ Aktuelle europäische Rechtsprechung zur Vorsteueraufteilung im Gesundheitswesen | Abgrenzung direkter und indirekter Eingangsleistungen | Methodenwahl: Umsatzschlüssel, Flächenschlüssel, Nutzungszeiten | Dokumentationsanforderungen und Prüfungssicherheit | Typische Fehlerquellen in der Praxis
5.    Diskussion & Erfahrungsaustausch (30 Minuten) Offene Fragerunde im Plenum | Parallel Möglichkeit, Fragen per Direktnachricht zu stellen