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AK UNF: Unternehmensnachfolge im Spannungsfeld von Bewertung, Wertverschiebung und Verschonung

Aktuelle Rechtsprechung des II. Senats des BFH zu §§ 7, 13a und 13b ErbStG sowie zur Unternehmensbewertung nach dem BewG


Die steuerliche Gestaltung einer Unternehmensnachfolge erfordert mehr als die isolierte Prüfung von Verschonungsabschlägen. Bereits die Bewertung des Unternehmens, das Ausscheiden eines Gesellschafters, die Einziehung von Geschäftsanteilen oder sonstige Vermögensverschiebungen zwischen Gesellschaftern können erhebliche erbschaft- und schenkungssteuerliche Folgen auslösen.
 
Das Seminar behandelt die aktuelle Rechtsprechung des II. Senats des Bundesfinanzhofs zur Bewertung nicht börsennotierter Unternehmensanteile, zum vereinfachten Ertragswertverfahren sowie zu den Schenkungsteuerfiktionen des § 7 Abs. 7 und Abs. 8 ErbStG. Darauf aufbauend werden die Voraussetzungen der Begünstigung betrieblichen Vermögens nach §§ 13a und 13b ErbStG systematisch dargestellt.
 
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Verbundvermögensaufstellung, dem Verwaltungsvermögen, den Finanzmitteln und der Schuldenverrechnung sowie den besonderen Risiken von Holding- und Immobilienstrukturen. Anhand praxisnaher Fallgestaltungen wird gezeigt, wie Unternehmensbewertung, gesellschaftsrechtliche Struktur und erbschaftsteuerliche Verschonung ineinandergreifen.
 
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Steuerberaterinnen und Steuerberater, die Unternehmensnachfolgen, gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen sowie die Übertragung von Beteiligungs- und Immobilienvermögen beraten und begleiten.
*Die Teilnahme an diesem Seminar ist zum Nachweis der Pflichtfortbildung für DStV-Fachberater Unternehmensnachfolge von 3 Zeitstunden geeignet.



Themenübersicht

I. Unternehmensnachfolge als Bewertungs- und Strukturierungsaufgabe
  • Gemeiner Wert, steuerlicher Unternehmenswert und objektivierter Unternehmenswert
  • Bewertungsstichtag und methodischer Ablauf der Nachfolgeprüfung
 
II. Aktuelle BFH-Rechtsprechung zur Unternehmensbewertung
  • Ableitung des gemeinen Werts aus zeitnahen Anteilsverkäufen
  • Anforderungen an gesellschaftsvertragliche Preisregelungen
  • Holdingabschläge und Verfügungsbeschränkungen
  • Aktuelle Rechtsprechung 2026 zum vereinfachten Ertragswertverfahren
 
III. Schenkungsteuerliche Folgen gesellschaftsrechtlicher Wertverschiebungen
  • Ausscheiden von Gesellschaftern und Einziehung von Geschäftsanteilen
  • Abfindungsbeschränkungen und § 7 Abs. 7 ErbStG
  • Disquotale Einlagen, Forderungsverzichte und Erwerb eigener Anteile
  • Werterhöhungen nach § 7 Abs. 8 ErbStG
  • Bedeutung der Vorher-nachher-Bewertung
 
IV. Begünstigtes Unternehmensvermögen nach §§ 13a und 13b ErbStG
  • Regel- und Optionsverschonung
  • Verwaltungsvermögenskatalog
  • Finanzmitteltest und Schuldenverrechnung
  • Junges Verwaltungsvermögen und junge Finanzmittel
  • 10-%-, 20-%- und 90-%-Grenzen
 
V. Holding- und Immobilienstrukturen in der Unternehmensnachfolge
  • Verbundvermögensaufstellung und Durchgriff durch Beteiligungsstrukturen
  • Operative und vermögensverwaltende Holdinggesellschaften
  • Immobilienüberlassung und Verwaltungsvermögen
  • Risiken mehrstufiger Beteiligungs- und Finanzierungsstrukturen
 
VI. Praxisfall einer Familienholding
  • Zusammenführung von Unternehmens-, Beteiligungs- und Immobilienwerten
  • Ermittlung des begünstigten Vermögens
  • Auswirkungen unterschiedlicher Strukturierungsmaßnahmen